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LIGHTNESS im Sturm… Aber vor Anker ;-)

Heute ging die angekündigte Bora durch. Es war eine schwarze Bora mit heftigem Regen. In der geschützten Bucht  habe ich 30 Knoten gemessen. Von einem Bekannten, der heute draußen war, weiß ich dass es mindestens 45 Knoten waren.

Die Anker-Konfiguration (Kobra-Anker – 8 m 10mm-Kettenvorlauf – 40 m 14 mm Ankerleine mit Bleieinlage auf den ersten 10 Metern – Hahnepot auf die beiden Schwimmer) hat bestens funktioniert. Von der Leine haben wir ca. 30 Meter gesetzt. Wassertiefe ca. 6 Meter. LIGHTNESS lag ruhig – sofern man bei diesen Bedingungen von ruhig sprechen kann.  Ein erster vielversprechender Test unserer Anker-Strategie.

Auch wenn man nicht viel sieht, hier zwei kurze Videos:

Vor Anker

Gut, wenn man da nicht raus muss

Leider haben wir immer noch mit undichten Schrauben von Beschlägen zu tun. Aber diesmal waren wir erstmals bei Regen im Schiff und haben so wenigstens die Stellen gesehen und markiert. Auch wenn’s nur kleine Mengen sind, ist es nervig, wenn es von der Decke tropft!

20-Stunden-Wettfahrt am Müggelsee

Das Wochenende war sehr erlebnisreich. Ich hatte die Gelegenheit, mit Nils, Kerstin und Pascal auf ihrem F-9R bei der 20-Stunden-Wettfahrt auf dem Müggelsee mit an Bord zu sein. Da fällt es schwer zu schreiben, weil ich nicht weiß, wo ich beginnen soll.

Fangen wir mit dem See an: der Müggelsee ist der größte See Berlins und jedes Jahr Schauplatz dieser traditionsreichen Regatta. Die 20-Stunden-Wettfahrt fand heuer zum 66. Mal statt!!! Leider gingen nicht mehr so viele Teilnehmer an den Start wie zu den besten Zeiten: es waren mal so mehr als 160 und diesmal waren wir um die 33.06_01_002

Ja, und jetzt noch zu Nils, Kerstin und Pascal: ich lernte sie kennen, als wir zum Jahreswechsel den Mast geholt hatten, den Nils gegen einen Vollcarbon-Spargel ausgetauscht hat und der uns noch gute Dienste leisten wird. Und das Boot ist „Wildepferde“ und wird seinem  Namen voll und ganz gerecht. Drei Rümpfe, die gemeinsam übers Wasser übers Wasser galoppieren…

Die Gelegenheit, dieses (Schwestern)Boot unter Regattabedingungen von dieser Crew (alle drei sind absolute Vollblutsegler und Regattaprofis)  gesegelt zu erleben, konnte ich mir nicht entgehen lassen! Da ist auch eine Anreise von 800 km kein Hindernis.

Tja, und was soll ich jetzt zum Segeln schreiben? Schon zum Start am Samstag war genug Wind, der weiter böig auffrischte… So stand ich dann die ersten Stunden unter den unglaublichen Eindrücken, die – neben Spritzwasser – auf mich einprasselten: das Boot sprintete los, als Nils vor der Startlinie die Schoten dichtnahm, dass es mir die Sprache verschlug. Und als wir auf dem Dreieckskurs dann gegenan segelten – besser ist wohl der Ausdruck flogen! – faszinierte mich, wie Nils sein Boot weit jenseits der Reffgrenze, die der Konstrukteur angibt, am Limit balancierte. Ehrfurchtsvoll blickte ich durchs Trampolin nach unten, wo sich der Hauptrumpf  häufig anschickte, sein Schwert zu zeigen…

06_02_001Wie so oft, war in dieser Situation keine Gelegenheit zu filmen oder zu fotografieren. Erst als am späteren Abend der Wind deutlich nachließ, holte ich meine Kamera. Trotzdem noch sehr eindrucksvoll: http://youtu.be/-lmJKSbR_Nc

Neben dem Boot hat mich auch noch der Regattamodus von Nils fasziniert. Sobald wir über die Startlinie geflogen sind, war er ein anderer Mensch – vollkommen fokussiert und unermüdlich, aber dafür schweigsam! In den 20 Stunden hat er die Pinne vielleicht insgesamt 4 mal kurz für 5 Minuten ausgelassen. Und dann – nach 28 Runden – zack, rüber über die Ziellinie und da war er wieder, der Nils, wie ich ihn bisher kannte.

06_03_001Und hier ist das Ergebnis der Wettfahrt: http://sgam-friedrichshagen.de/reg/20h/15/Yardstick-Klassen.htm

Die Seglergemeinschaft am Müggelsee hat tolle Fotos online gestellt: http://sgam-friedrichshagen.de/Fotos/2015/66.%2020-Stunden%20Wettfahrt/index.htm

Mittlerweile sind die wehen Knie wieder vergessen (pro Runde musste ich mich ja ca. 10 mal unter der Fock übers Vorschiff hechten, um wieder das Luv-Trampolin zu beschweren) und es bleibt eine unvergessliche Erinnerung an diese rasanten Stunden auf dem Müggelsee.

Danke Nils, danke Kerstin , danke Pascal und danke Wildepferde!