Geburt eines Großbaums

Nachdem es jetzt geglückt ist, kann ich Euch jetzt zeigen, wie wir einen Großbaum aus Carbon- und Glasfasern laminiert haben. Die Herausforderung war ja, dass wir einen alten Alu-Baum hatten, der aber zu kurz ist – und außerdem reichlich schwer. Deshalb 5 cm abgeschnitten und auf das Ende des Holzbalkens aufgesetzt:Danach mit PU-Schaum aus dem Baumarkt behandelt: Nach dem Härten zuerst grob mit einem Sägeblatt in Form gebracht, geschliffen und zum Schluss  mit Epoxyspachtel die grobporige Oberfläche gefüllt: Ursprünglich wollten wir den Baum einfetten, mit Folie umwickeln und dann gleich darauf laminieren. Unser treuer Berater Nils hat uns dringend davon abgeraten! Er hat gesagt, wir sollten unbedingt zuerst eine dünne Lage Glas auflaminieren, diese aushärten lassen, aufschneiden und dann den Baum mit Klebeband etwas „verdicken“ und erst darauf das eigentliche Laminat aufbringen. Ja, und was soll ich sagen? Was Nils sagt, wird von uns – fast immer – bereitwillig befolgt, weil wir wissen, dass er echt Ahnung und vor allem Erfahrung hat! Also, gesagt, getan… Mit einem Tag Verspätung ging’s dann richtig los: mein ausgetüftelter Laminatplan kam zur Anwendung: Das war am Samstag. Richtig spannend wurde es am Montag, weil wir da sahen, ob unser Werk gelungen ist. Anders als bei einer Geburt, wo das Junge immer aus der Mutter herauskommt, war es diesmal kervehrt: die „Mutter“ musste aus dem „Kind“… Nach ersten Rückschlägen (eine der beiden mit eingearbeiteten Leinen brach), kam danach bei doch schon halbwegs Zug am Flaschenzug  – die Leine hörte sich so ungefähr nach einem hohen C gestimmt an 😉 – das ersehnte Krachen – wobei ich zuerst nicht wusste, ob jetzt wie befürchtet, die provisorischen Ösen gebrochen waren, oder sich doch das Lamiat gelöst hatte . Mum’s „Thumbs up“ zeigten aber, dass wir erfolgreich waren. Noch ein paarmal nachgespannt und dann war es soweit: der Baum lag vor uns in der Wiese und wir haben mit diesem „Jungen“ eine riesen Freude. Übrigens: auch die „Mutter“ ist wohlauf – wir brauchen sie hoffentlich nicht so bald wieder 😉 Eine erste Belastungsprobe ließ den Baum jedenfalls unbeeindruckt:Wie es sich für eine richtige Geburt gehört, ging’s dann noch auf die Waage: Auch wenn der Kleine mit Spachtel und Lackierung noch etwas zulegen wird, wird er doch deutlich leichter als seine „Mutter“ bleiben, und das bei hoffentlich mehr Festigkeit 😉

Soviel für heute. Bleibt dabei, es wird immer spannender – jedenfalls für uns!