die Metallteile sind da…

Nach der tollen Zeit in Berlin an Bord der Wildepferde (siehe den vorigen Blogeintrag) sind jetzt Mum und ich wieder am Bauen. Die vielen Fotos von PVC-Schaum, Glasfasern, Carbon und vielen Kilo Harz spare ich Euch … Kurz gesagt, es war fast (!!!) das selbe wie bei den beiden hinteren Beams nur mit noch etwas mehr Kohlefaser (weil die vorderen Beams stärker belastet werden).

Nun sind  alle vier Beams soweit fertig, dass wir die Metallbeschläge (genauer die Brackets) brauchen, die ja vor dem Schließen der Beams verschraubt und verklebt werden. Und genau zur richtigen Zeit – also heute – hat sich Heinz von der Firma B.I.T. gemeldet und mitgeteilt, dass die Teile zur Abholung bereit stehen.06_03_005 06_03_004 06_03_003

06_03_006Die Teile passen perfekt, die Passungen sind faszinierend, die von Farrier in Australien bestellten Buchsen passen perfekt, die eloxierte Oberfläche greift sich „samtig“ an… Also Ihr merkt schon, ich bin begeistert.06_03_010 06_03_009Es gibt nur ein kleines Problem: von den „Lower Folding Strut Assemblies“ (oben ist ein Teil davon zu sehen, fanden wir nur die Teile für zwei statt der benötigten vier in den Schachteln 🙁 Ich hoffe, ein morgiger Anruf bei Heinz fördert eine zweite Schachtel zutage…

So, die Metallteile gehören jetzt an den Kunststoffverbund geschraubt und geklebt. Dazu habe ich Edelstahlschrauben bestellt. Sie sind auch schon eingetroffen. Ich habe einen  sehr guten Anbieter im Internet gefunden unter www.proselect-schrauben.de

Die Herausforderung: Schrauben dieser Qualität (V4A-80 und höher) habe ich zu diesem Preis – wenn überhaupt – nur in größeren Packungen gefunden… So kommt es, dass ich noch etliche Erbauer eines F-9AR zum Beispiel mit den Hauptbolzen versorgen kann (M16, 150 mm Länge) – ich brauche ja von 50 Stück nur 4 😉 Naja, ein paar lege ich mir schon als Ersatzteile auf Reserve. Mit verschiedenen Scheiben, Muttern, Sprengringen, etc. ist es genauso…06_03_002Mum hatte in den vergangenen Wochen mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, was sie auf den schlechten Umgang – nein nicht mit mir(!!!), sondern – mit dem potenziell gefährlichen Epoxydharz geschoben hat. Wir haben deshalb unsere Anstrengungen, möglichst wenig Kontakt mit diesem tollen Material zu haben, nochmals erhöht. Mum bekam eine neue Maske und einen tollen Overall und ich arbeite zumindest langärmelig. 06_03_008 06_03_007Bleibt dran! Jetzt kommt nach der ganzen Laminiererei wieder eine interessante Phase!

20-Stunden-Wettfahrt am Müggelsee

Das Wochenende war sehr erlebnisreich. Ich hatte die Gelegenheit, mit Nils, Kerstin und Pascal auf ihrem F-9R bei der 20-Stunden-Wettfahrt auf dem Müggelsee mit an Bord zu sein. Da fällt es schwer zu schreiben, weil ich nicht weiß, wo ich beginnen soll.

Fangen wir mit dem See an: der Müggelsee ist der größte See Berlins und jedes Jahr Schauplatz dieser traditionsreichen Regatta. Die 20-Stunden-Wettfahrt fand heuer zum 66. Mal statt!!! Leider gingen nicht mehr so viele Teilnehmer an den Start wie zu den besten Zeiten: es waren mal so mehr als 160 und diesmal waren wir um die 33.06_01_002

Ja, und jetzt noch zu Nils, Kerstin und Pascal: ich lernte sie kennen, als wir zum Jahreswechsel den Mast geholt hatten, den Nils gegen einen Vollcarbon-Spargel ausgetauscht hat und der uns noch gute Dienste leisten wird. Und das Boot ist „Wildepferde“ und wird seinem  Namen voll und ganz gerecht. Drei Rümpfe, die gemeinsam übers Wasser übers Wasser galoppieren…

Die Gelegenheit, dieses (Schwestern)Boot unter Regattabedingungen von dieser Crew (alle drei sind absolute Vollblutsegler und Regattaprofis)  gesegelt zu erleben, konnte ich mir nicht entgehen lassen! Da ist auch eine Anreise von 800 km kein Hindernis.

Tja, und was soll ich jetzt zum Segeln schreiben? Schon zum Start am Samstag war genug Wind, der weiter böig auffrischte… So stand ich dann die ersten Stunden unter den unglaublichen Eindrücken, die – neben Spritzwasser – auf mich einprasselten: das Boot sprintete los, als Nils vor der Startlinie die Schoten dichtnahm, dass es mir die Sprache verschlug. Und als wir auf dem Dreieckskurs dann gegenan segelten – besser ist wohl der Ausdruck flogen! – faszinierte mich, wie Nils sein Boot weit jenseits der Reffgrenze, die der Konstrukteur angibt, am Limit balancierte. Ehrfurchtsvoll blickte ich durchs Trampolin nach unten, wo sich der Hauptrumpf  häufig anschickte, sein Schwert zu zeigen…

06_02_001Wie so oft, war in dieser Situation keine Gelegenheit zu filmen oder zu fotografieren. Erst als am späteren Abend der Wind deutlich nachließ, holte ich meine Kamera. Trotzdem noch sehr eindrucksvoll: http://youtu.be/-lmJKSbR_Nc

Neben dem Boot hat mich auch noch der Regattamodus von Nils fasziniert. Sobald wir über die Startlinie geflogen sind, war er ein anderer Mensch – vollkommen fokussiert und unermüdlich, aber dafür schweigsam! In den 20 Stunden hat er die Pinne vielleicht insgesamt 4 mal kurz für 5 Minuten ausgelassen. Und dann – nach 28 Runden – zack, rüber über die Ziellinie und da war er wieder, der Nils, wie ich ihn bisher kannte.

06_03_001Und hier ist das Ergebnis der Wettfahrt: http://sgam-friedrichshagen.de/reg/20h/15/Yardstick-Klassen.htm

Die Seglergemeinschaft am Müggelsee hat tolle Fotos online gestellt: http://sgam-friedrichshagen.de/Fotos/2015/66.%2020-Stunden%20Wettfahrt/index.htm

Mittlerweile sind die wehen Knie wieder vergessen (pro Runde musste ich mich ja ca. 10 mal unter der Fock übers Vorschiff hechten, um wieder das Luv-Trampolin zu beschweren) und es bleibt eine unvergessliche Erinnerung an diese rasanten Stunden auf dem Müggelsee.

Danke Nils, danke Kerstin , danke Pascal und danke Wildepferde!