unser Freund der Petroleumofen

Etwas Gutes hatte der Besuch des Hafens Molat ja doch noch – obwohl er „boratechnisch“ nicht notwendig gewesen wäre. Genau genommen mehrere gute Dinge. Wir bargen am Vormittag einen großen Kugelfender, den wir an einem Kap drei Tage zuvor auf der anderen Seite der Insel bei der Fahrt zur Ankerbucht gesehen hatten. Da wir damals aber das Beiboot nicht klar hatten, ließen wir ihn wo er war. Heute hatten wir aber die Chance und nutzten sie. Die zwei Stunden Fußmarsch schadeten uns überhaupt nicht und wir lernten Molat besser kennen 😉 Ich habe mittlerweile drei Kugelfender geborgen – so viele brauche eigentlich gar nicht, nicht einmal auf dem Trimaran – aber der von heute ist der schönste. Ein neuwertiger Polyform-Fender der Größe 4 (!) mit hochwertiger Leine. Viel zu groß für unser Boot! Aber trotzdem habe ich ihn wie eine wertvolle Beute zurück getragen.

Außerdem lernten wir in Molat Alexandra und Josef kennen, die für vier Tage mit einer alten Elan 31 die Segelsaison beginnen. Die beiden waren längst weg, als wir von unserer Fender-Bergeaktion zurück waren. Unser Boot lag mittlerweile alleine im kleinen Hafen. So gönnten wir uns noch ein Bierchen in der Hafenkneipe, lösten unser Bora-Spinnennetz wieder auf und  spannten die Wanten noch eine Umdrehung nach.

Weil es so schön leer im Hafen war und ganz leichter Wind ging, legten wir unter Segel ab – na ja, eigentlich hat uns bei ehrlicher Betrachtung Andreas an der Muring raus gezogen, weil der Wind jetzt fast ganz eingeschlafen war 😉

Langsam drifteten wir aus dem Hafen. Draußen bereiteten wir den Blister vor, als wir am Horizont einen Segler entdeckten. Wir rätselten, ob das noch Alexandra und Josef sein könnten. Durch Kreuzen vor dem Wind war ihnen nicht näher zu kommen. Sie fuhren Butterfly und wir kreuzten hinterher… Also Groß weg und Vorwindkurs! So sollten wir sie doch kriegen – sofern sie es überhaupt waren.

Sie waren es und nach langem Ringen kamen wir von hinten auf. Die nächsten Stunden waren wunderschönes Segeln miteinander. Unzählige Fotos von beiden Booten aus allen Winkeln und allen Entfernungen. Auf guter Sprechdistanz war auch eine Unterhaltung mit den beiden möglich.  So schön kann Segeln sein! Traumhaft!

Während Alexandra und Josef mit dem letzten Licht in die Durchfahrt Pasman-Ugljan abbogen, hielten wir Kurs. Sobald die Sonne weg ist, wird’s empfindlich kalt. Deshalb kommen wir jetzt zu unserem Freund dem Petroleumofen. Ich habe diesen Ofen gekauft – in der Meinung, er sei in etwa so groß wie die üblichen Gaslampen; auch der Preis ließ eher etwas kleines vermuten (37,90 €). Als die Verkäuferin den Ofen auf den Tresen stellte, machte ich große Augen: ein ausgewachsener Ofen. Uuuuupps! In den letzten Tagen haben wir diesen netten Kerl aber lieb gewonnen. Er macht das Bordleben in der spätwinterlichen Adria behaglich! Selbst Andreas, der in Ausrüstungsfragen sehr gewissenhaft und nüchtern, rational vorgeht, hat dieses Kerlchen ins Herz geschlossen – ich bin sicher, er bestellt sich auch einen 😉

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3 Gedanken zu „unser Freund der Petroleumofen“

  1. Super Saisonseinstieg!

    Ich geh am Freitag mit dem Boot ins Wasser. Gibt´s von dem Petroleum Ofen auch ein kleineres 20 Fuss Modell ?

    LG

    Gerhard

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