Beams, die zweite(n)… nämlich die vorderen!

Nach dem kurzen Saisonauftakt in der kroatischen Adria stehen wir nun wieder in der Werkstatt. Es sind die beiden vorderen Beams an der Reihe. Wir haben bei den ersten Beams einiges gelernt, jetzt läuft es noch besser.

Die Schaumteile sind schnell ausgeschnitten. Die Hohlkehle ziehen wir diesmal mit einem Einweg-Spritzbeutel aus Helgas Küche. Funktioniert in einem Bruchteil der Zeit wie beim vorigen Mal. Leider haben wir etwas zuviel Masse angerührt, die wir dann nicht verwenden können. Angedickt haben wir das Harz mit Colloidal Silica und mit Glass Bubbles (wir wollen ja leicht bleiben 😉04_2_011 04_3_00504_3_008 Derzeit kommen wir nicht so rasch voran, da wir rund ums Haus viel zu tun haben. Heute haben wir begonnen, die Werkstatt zusammen zu räumen – am Samstag haben wir „Tag der offenen Tür“ und erwarten fast 100 Gäste…

unser Freund der Petroleumofen

Etwas Gutes hatte der Besuch des Hafens Molat ja doch noch – obwohl er „boratechnisch“ nicht notwendig gewesen wäre. Genau genommen mehrere gute Dinge. Wir bargen am Vormittag einen großen Kugelfender, den wir an einem Kap drei Tage zuvor auf der anderen Seite der Insel bei der Fahrt zur Ankerbucht gesehen hatten. Da wir damals aber das Beiboot nicht klar hatten, ließen wir ihn wo er war. Heute hatten wir aber die Chance und nutzten sie. Die zwei Stunden Fußmarsch schadeten uns überhaupt nicht und wir lernten Molat besser kennen 😉 Ich habe mittlerweile drei Kugelfender geborgen – so viele brauche eigentlich gar nicht, nicht einmal auf dem Trimaran – aber der von heute ist der schönste. Ein neuwertiger Polyform-Fender der Größe 4 (!) mit hochwertiger Leine. Viel zu groß für unser Boot! Aber trotzdem habe ich ihn wie eine wertvolle Beute zurück getragen.

Außerdem lernten wir in Molat Alexandra und Josef kennen, die für vier Tage mit einer alten Elan 31 die Segelsaison beginnen. Die beiden waren längst weg, als wir von unserer Fender-Bergeaktion zurück waren. Unser Boot lag mittlerweile alleine im kleinen Hafen. So gönnten wir uns noch ein Bierchen in der Hafenkneipe, lösten unser Bora-Spinnennetz wieder auf und  spannten die Wanten noch eine Umdrehung nach.

Weil es so schön leer im Hafen war und ganz leichter Wind ging, legten wir unter Segel ab – na ja, eigentlich hat uns bei ehrlicher Betrachtung Andreas an der Muring raus gezogen, weil der Wind jetzt fast ganz eingeschlafen war 😉

Langsam drifteten wir aus dem Hafen. Draußen bereiteten wir den Blister vor, als wir am Horizont einen Segler entdeckten. Wir rätselten, ob das noch Alexandra und Josef sein könnten. Durch Kreuzen vor dem Wind war ihnen nicht näher zu kommen. Sie fuhren Butterfly und wir kreuzten hinterher… Also Groß weg und Vorwindkurs! So sollten wir sie doch kriegen – sofern sie es überhaupt waren.

Sie waren es und nach langem Ringen kamen wir von hinten auf. Die nächsten Stunden waren wunderschönes Segeln miteinander. Unzählige Fotos von beiden Booten aus allen Winkeln und allen Entfernungen. Auf guter Sprechdistanz war auch eine Unterhaltung mit den beiden möglich.  So schön kann Segeln sein! Traumhaft!

Während Alexandra und Josef mit dem letzten Licht in die Durchfahrt Pasman-Ugljan abbogen, hielten wir Kurs. Sobald die Sonne weg ist, wird’s empfindlich kalt. Deshalb kommen wir jetzt zu unserem Freund dem Petroleumofen. Ich habe diesen Ofen gekauft – in der Meinung, er sei in etwa so groß wie die üblichen Gaslampen; auch der Preis ließ eher etwas kleines vermuten (37,90 €). Als die Verkäuferin den Ofen auf den Tresen stellte, machte ich große Augen: ein ausgewachsener Ofen. Uuuuupps! In den letzten Tagen haben wir diesen netten Kerl aber lieb gewonnen. Er macht das Bordleben in der spätwinterlichen Adria behaglich! Selbst Andreas, der in Ausrüstungsfragen sehr gewissenhaft und nüchtern, rational vorgeht, hat dieses Kerlchen ins Herz geschlossen – ich bin sicher, er bestellt sich auch einen 😉

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Die Bora, die nicht kam

Gestern war wieder ein ereignisreicher Tag. Entgegen der Wetterprognosen – mittlerweile ist es wirklich fast besser, genau das Gegenteil von dem anzunehmen, was die Wettermodelle zeigen – hat der Wind über Süd immer mehr nach West gedreht. Am Nachmittag liefen wir dann aus der Ankerbucht aus: schon vor Anker haben wir das kleine GaleSail gesetzt, weil zu erkennen war, dass es draußen ordentlich zur Sache geht. Mit einem Taschentuch-großen Groß und dem GaleSail kreuzten wir mit Maschinenunterstützung gegenan. Die Wellen waren sehr, sehr beeindruckend. Der neue Seewetterbericht (natürlich ganz anders als der Tags zuvor) hatte diesmal ausnahmsweise recht: See 3-4, zunehmend auf 4-5…

Wenn da nur die Maschine nicht ausfällt! Sie lief brav, bis wir aus dem Gefahrenbereich der Leeküste heraußen waren. Gott sei Dank!

Von der eigentlichen „Action“ gibts wie meist keine Fotos und Videos – zu nass, zu viel zu tun, zu angespannt. Erst als wir südlich von Premuda wieder in die Abdeckung kamen, haben wir wieder Bilder geschossen.

Hier ein kurzes Filmchen: IMG_0423

Als wir nach einigen Stunden anspruchsvoller Segelei (der Wind wechselte sehr stark von 14-25 Knoten) liefen wir in der Abenddämmerung auf unsere Anklerbucht L. Jazi auf Molat zu, als plötzlich  von hinten ein Polizeiboot mit hoher Geschwindigkeit herankam und dann längsseits ging. Wo wir denn hin wollten, fragten die freundlichen Beamten. Wir legten unseren Plan dar. Daraufhin rieten sie uns dringend davon an, diese Bucht zu wählen, denn in der Nacht käme eine extreme Bora.

Selbstverständlich beherzigten wir diesen Rat, auch wenn unsere Wettermodelle dies nicht so zeigten (!!!) und wir außerdem in diser Bucht eine kleine vorgelagerte Bora-sichere Alternativ-Insel gehabt hätten.  Wir motorten in der Dunkelheit noch eine Stunde um die Südspitze von Molat herum und liefen in den kleinen Hafen ein. Die drei Boote, die hier schon lagen (auch das uns schon bekannte Polzeiboot lag hier an der Mole) waren alle schon damit beschäftigt, die Boote sturmfest zu vertäuen. Es war alles ganz ruhig, keine Welle, kein Wind.

Natürlich beteiligten wir uns an dem Treiben und sicherten das Boot, so gut es eben ging. Dann aßen wir gegen 22:00 Uhr und gingen zu Bett in der Erwartung, dass ab 1:00 Uhr dann angeblich das Inferno über uns hereinbrechen würde. Ölzeug griffbereit, Stirnlampen fast schon aufgesetzt, Handschuhe so gut wie angezogen 😉

Und heute wachten wir so gegen 8:00 Uhr auf. Bis auf eine leichte Brise aus Nordost war nichts zu bemerken. Die Bora wurde offenbar verschoben.

So haben wir uns in der Marina vertäut:

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Heute wird anscheinend wieder ein ganz schöner Tag – es sieht auch ganz danach aus. Aber was soll man bei diesen verrückten Wetterprognosen jetzt noch glauben. Hoffentlich kommt nicht eine Bora, die keiner vorhersieht!

P.S.: Wie versprochen noch die Badefotos von vorgestern. Der neue Bademantel an Bord (abgeschaut von den Italienern letzten Sommer) ist ein  riesen Komfortgewinn (danke Helga!). Den geb ich nicht mehr her!

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sailing at its best…

Während zu Hause der Sturm Niklas über die Häuser fegt, haben wir hier einen feinen Segeltag. Wir waren sogar kurz im Wasser. Andreas morgens bei 12°, Christoph erst am Abend vor Premuda bei 14°.

Das Segeln war fein! Von ganz, ganz zart am Morgen, wo wir bei fast null Wind aus der Bucht geschlichen sind bis richtig hart, als wir fast drei Meter Welle aus Nordwest bekamen und gegenan gekreuzt sind. Und alles war perfektes Segeln. Faszinierend, wie viel man in einen Tag heinein packen kann. Wir liegen in einer einsamen Bucht auf der Außenseite von Premuda.

Jetzt haben wir das kleine WiFi-Modem an der Dirk in den Mast gezogen, um ein bisschen Netz zu erwischen. Für den Foto-Upload langts aber nicht 🙁

Deshalb ein Eintrag ohne Fotos.

Am Abend gabs Wildspargel im Prsut-Mantel und Salzkartoffel mit Knoblauch in Olivenöl. Köstlich! Danach haben wir uns die letzte Banane gebraten und sie mit Nougat-Brotaufstrich und Keksen verspeist.

Jetzt haben wir noch die Maschine anwerfen müssen, weil uns der Strom ausgegangen ist. Zu viel gesegelt, zuviel geankert und und zu wenig motort… und der Elektronik-Schnick-Schnack, der dieses Wunder möglich macht, von der äußersten kroatischen Insel einen Blogeintrag zu machen.

Bis bald

Christoph & Andreas, SY Inspiration